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Schauplatz der Weltgeschichte

Ausstellung „Potsdamer Konferenz 1945 – Die Neuordnung der Welt“ 2020 im Schloss Cecilienhof wird von Ostdeutscher Sparkassenstiftung und Mittelbrandenburgischer Sparkasse unterstützt

Potsdam, 17.07.2019. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) präsentiert vom 1. Mai bis 1. November 2020 die Ausstellung „Potsdamer Konferenz 1945 – Die Neuordnung der Welt“ – am authentischen historischen Ort – im Schloss Cecilienhof. Dabei wird erstmalig die globale Dimension der Potsdamer Konferenz und die Geschichte des Cecilienhofs in einer großen Ausstellung thematisiert. Als heute vor 74 Jahren, am 17. Juli 1945, um 17.08 Uhr die erste Sitzung der sogenannten Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof begann, schaute die Welt gebannt nach Potsdam. Die Staats- und Regierungschefs der drei Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkrieges, USA, Großbritannien und Sowjetunion, trafen sich am Runden Tisch in der zentralen Halle des Schlosses. Die „Großen Drei“, Harry S. Truman (1884-1972), Winston Churchill (1874-1965), später Clement Attlee (1883-1967) und Josef Stalin (1878-1953) berieten über die Zukunft Deutschlands und debattierten eine politische und territoriale Neuordnung Europas und der Welt.

Im Rückblick markierten die zwischen dem 17. Juli und 2. August 1945 geführten Verhandlungen den Bruch zwischen den Verbündeten. Aus Partnern im Kampf gegen Hitler und das nationalsozialistische Deutschland wurden Gegner unterschiedlicher politischer und wirtschaftlicher Systeme. Der Kalte Krieg und die Teilung der Welt in zwei feindliche Blöcke zeichneten sich bereits im Sommer 1945 ab. Während in Europa der Zweite Weltkrieg vorüber war, ging der Krieg in Asien und dem Pazifikraum unvermindert weiter und gipfelte im Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Mit der Kapitulation des japanischen Kaiserreichs am 2. September 1945 endete der Zweite Weltkrieg, doch es folgte das atomare Wettrüsten der Großmächte in Ost und West.

Die Ausstellung
Neben der Darstellung der Entscheidungen und Abläufe der Potsdamer Konferenz soll in allen Ausstellungsbereichen zudem die Sicht derjenigen im Fokus stehen, die von den Verhandlungen und weitreichenden Entscheidungen der Zusammenkunft unmittelbar und mittelbar betroffen waren. Die sachliche Präsentation der weitreichenden geopolitischen Beschlüsse kontrastiert somit mit emotional berührenden „Interventionen“, den persönlichen Stimmen Betroffener. Damit wird erstmals für die Besucherinnen und Besucher der Gegensatz zwischen den abstrakten Entscheidungen der Siegermächte und dem konkreten Erleben der Konsequenzen sichtbar. Bekannten historischen Persönlichkeiten wie Churchill, Stalin und Truman stehen die Schicksale vieler „Namenloser“ der Geschichte (Atombombenopfer, Vertriebene, Kollaborateure etc.), vertreten durch zum Teil bewegende Exponate, gegenüber. Diese mehrschichtigen Perspektiven ermöglichen einen detaillierten Einblick in die weitreichenden Folgen des historischen Ereignisses der Potsdamer Konferenz.
Ein weiterer Aspekt der Ausstellung ist die Rolle des Schlosses Cecilienhof als Schauplatz der Konferenz. Die wechselvolle Geschichte des 1918 vollendeten letzten Schlossbaus der Hohenzollern gipfelte in der Funktion der ehemaligen kronprinzlichen Residenz als Austragungsort der Verhandlungen mit bis heute sichtbaren Spuren. So wurden anlässlich der Konferenz die Haupträume neu möbliert und der Rote Stern im Ehrenhof des Schlosses angelegt. Auch die von 1961 bis 1989 unweit des Gebäudes gelegenen Grenzanlagen sind eine indirekte Folge der Verhandlungen von 1945 und damit Teil der Geschichte des Schlosses.

Aussagekräftige Exponate in Verbindung mit multimedialen Elementen sollen eine lebendige und anschauliche Atmosphäre vermitteln und die Besucherinnen und Besucher auf eine Zeitreise ins Jahr 1945 mitnehmen. Neben den historischen Schlossräumen mit der Konferenzhalle und den Arbeitszimmern der drei Delegationsleiter wird erstmals auch die berühmte Gartenterrasse als Ort der Presseaufnahmen der „Großen Drei“ in den Korbsesseln in den Ausstellungsbereich mit einbezogen. Da ein Großteil der Sonderausstellung im ehemaligen Küchenbereichs des ehemaligen Hotels stattfinden wird, sind zahlreiche Um- und Einbauten, Durchbrüche und auch die technische Erschließung dieses Bereichs nötig.

Mithilfe von Leihgaben internationaler Partner (z. B. Museum des Sieges, Russland; Truman Library, USA; Hiroshima Peace Memorial Museum, Japan; National Trust – Chartwell, Großbritannien; AlliiertenMuseum, Berlin) möchte die SPSG ein anschauliches und vielschichtiges Bild des Konferenzablaufs, der Beschlüsse, aber auch der Folgen präsentieren. Auch in der Vermittlung geht die SPSG neue Wege: So wird mit der Eröffnung der Sonderausstellung ein Multimediaguide im Schloss Cecilienhof eingeführt, der eine individuelle Besichtigung durch audiovisuelle Angebote und Augmented Reality unterstützt.

Förderer und Unterstützer
Gemeinsam engagieren sich die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Mittelbrandenburgische Sparkasse für das große Ausstellungsprojekt, und zwar für die baugeschichtlichen Aspekte zum Cecilienhof und für neu entstehende Schlüsselexponate, die im Cecilienhof auch langfristig als Bestandteile der Dauerausstellung vorgesehen sind. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Förderprogramms „Invest Ost“, ebenso erfährt es die Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK).